Block 6 — Vorbereitung

Makroökonomische Grundlagen

Worum es geht

Block 6 führt in die Gesamtbetrachtung der Volkswirtschaft ein. Wir lernen das BIP als zentrale Messgröße kennen — und seine Schwächen, an die schon Sen in Block 1 erinnert hatte. Die volkswirtschaftliche Gesamtrechnung wird zum gemeinsamen Vokabular, das WS-PS-Modell zum analytischen Werkzeug für den Arbeitsmarkt. Wachstum und Konjunktur werden begrifflich getrennt; Inflation wird nicht nur gemessen, sondern in der Phillips-Kurve als empirischer Zusammenhang erfasst. Damit ist das Fundament gelegt für die Stabilisierungspolitik in Block 7.

So arbeiten wir

Der Kurs nutzt die Jigsaw-Methode: Jede Sitzung wird durch vier Vorbereitungsaufträge eingeleitet, die sich auf vier komplementäre Teilthemen beziehen. Sie werden von vier zufällig gebildeten Gruppen parallel bearbeitet — jede Gruppe konzentriert sich auf einen Auftrag und bringt ihre Erkenntnisse in die Präsenzsitzung ein, wo wir die Stränge zusammenführen.

Konkret bedeutet das:

  • Die Gruppeneinteilung erfolgt für jeden Block neu über MS Teams Aufgaben (zufällig).
  • Jede Gruppe nutzt ihren eigenen MS Teams Kanal zur Kollaboration und zur Veröffentlichung der Ergebnisse (Whiteboard-Foto, OneNote-Antwort, Verständnisprobleme, Erledigt-Post).
  • In der Präsenzsitzung präsentiert jede Gruppe ihren Auftrag den anderen.
  • Anschließend integrieren wir die Stränge zu einem Gesamtbild — siehe Lernziele für die Präsenz unten.
TippHinweis zur Klausurvorbereitung

Auch wenn jede Gruppe nur einen Auftrag bearbeitet — alle vier Aufträge sind hier sichtbar. Klappen Sie die Akkordeon-Boxen unten gerne auf, um die Vorbereitungsaufträge der anderen Gruppen einzusehen. Für die Klausurvorbereitung ist die Auseinandersetzung mit allen vier Strängen wichtig.

Lernziele für die Präsenz

Durch die Zusammenführung der vier Gruppenerkenntnisse in der Sitzung erarbeiten wir:

  • BIP-Komponenten verstehen und im Wirtschaftskreislauf verorten.
  • Das WS-PS-Modell als Gleichgewichtsanalyse des Arbeitsmarktes anwenden.
  • Wachstums- von Konjunkturphänomenen unterscheiden.
  • Inflation messen und die Phillips-Kurve interpretieren.

Vorbereitungsaufträge

Klicken Sie auf den jeweiligen Auftrag, um die Details auszuklappen.

Lernziele

  • Methodisch: Ihr könnt das BIP definieren, seine Komponenten benennen und den Wirtschaftskreislauf grafisch darstellen.
  • Inhaltlich: Ihr versteht, wie wirtschaftliche Aktivität gemessen wird und welche Grenzen das BIP als Wohlstandsmaß hat.

Leseauftrag

  • CORE Macro Kap. 3, Abschnitte 3.2 bis 3.4 – Lest vollständig. Achtet auf: BIP-Definition und die drei Berechnungswege (3.2), die Komponenten der Nachfrageseite (C, I, G, NX) (3.3), und die Diskussion zu den Grenzen des BIP (3.4).

Whiteboard-Aufgabe

Zeichnet den Wirtschaftskreislauf mit den Sektoren Haushalte, Unternehmen, Staat und Ausland. Zeichnet die Ströme ein (Konsum, Investitionen, Staatsausgaben, Exporte/Importe, Steuern, Transfers). Notiert daneben die BIP-Formel: Y = C + I + G + (X − M).

Leitfrage (ca. 250 Wörter in OneNote)

CORE Macro 3.2–3.4 erklärt, wie das BIP gemessen wird und was es (nicht) erfasst. Erklärt anhand des Textes: (a) Was sind die drei Wege, das BIP zu berechnen, und warum ergeben alle drei denselben Wert? (b) Welche wirtschaftlichen Aktivitäten erfasst das BIP nicht (nennt mindestens zwei konkrete Beispiele, die CORE 3.4 nennt)? (c) CORE 3.4 diskutiert das BIP als Wohlstandsmaß kritisch. Welches zentrale Argument bringt der Text, warum ein steigendes BIP nicht automatisch höheren Lebensstandard bedeutet?

KI-Teaser (für die Präsenz)

Überlegt: Wie schlägt sich KI im BIP nieder – steigert sie die Investitionen (I)? Den Konsum (C)? Erinnert euch an Sens Capability-Ansatz aus Block 1: Könnte KI den Lebensstandard verbessern, ohne dass sich das im BIP zeigt – oder umgekehrt?

Verständnisprobleme

Notiert euch Begriffe oder Argumentationsschritte, die ihr beim Lesen nicht nachvollziehen konntet, zur Klärung in der Präsenzveranstaltung.

Abgabe-Checkliste

Lernziele

  • Methodisch: Ihr könnt das WS-PS-Modell (Wage-Setting / Price-Setting) grafisch aufbauen und das makroökonomische Gleichgewicht bestimmen.
  • Inhaltlich: Ihr versteht, wie Löhne und Beschäftigung auf gesamtwirtschaftlicher Ebene bestimmt werden und warum es Arbeitslosigkeit im Gleichgewicht gibt.

Leseauftrag

  • CORE Macro Kap. 1, Abschnitte 1.3 bis 1.8 – Lest vollständig. Achtet auf: Messung von Beschäftigung und Arbeitslosigkeit (1.3–1.4), die Angebotsseite der Makroökonomie (1.5), die Herleitung der WS-Kurve (1.6), der PS-Kurve (1.7) und das Gleichgewicht (1.8).

Whiteboard-Aufgabe

Zeichnet das WS-PS-Modell (y-Achse: Reallohn; x-Achse: Beschäftigungsquote). Zeichnet die Wage-Setting Curve (steigend) und die Price-Setting Curve (horizontal bei w = Arbeitsproduktivität / (1 + Markup)) ein. Markiert das Gleichgewicht und die zugehörige Gleichgewichts-Arbeitslosigkeit.

Leitfrage (ca. 250 Wörter in OneNote)

CORE Macro 1.5–1.8 entwickelt ein Modell, das erklärt, warum es auch im Gleichgewicht Arbeitslosigkeit gibt. Erklärt anhand des Textes: (a) Warum ist die WS-Kurve steigend – warum verlangen Arbeitnehmer bei niedrigerer Arbeitslosigkeit höhere Löhne? (b) Warum ist die PS-Kurve horizontal – was bestimmt den Reallohn, den Firmen zu zahlen bereit sind? (c) Warum gibt es im Gleichgewicht des WS-PS-Modells Arbeitslosigkeit – warum kann sie nicht auf null sinken?

KI-Teaser (für die Präsenz)

Überlegt: Was passiert im WS-PS-Modell, wenn KI die Arbeitsproduktivität steigert – verschiebt sich die PS-Kurve nach oben? Und was, wenn KI gleichzeitig Arbeitskräfte ersetzt?

Verständnisprobleme

Notiert euch Begriffe oder Argumentationsschritte, die ihr beim Lesen nicht nachvollziehen konntet, zur Klärung in der Präsenzveranstaltung.

Abgabe-Checkliste

Lernziele

  • Methodisch: Ihr könnt den Unterschied zwischen langfristigem Wachstumstrend und kurzfristigen Konjunkturschwankungen grafisch darstellen.
  • Inhaltlich: Ihr versteht die Rolle von Kapitalakkumulation und Sparen für das Wachstum und kennt die demografische Herausforderung für Industrienationen.

Leseauftrag

  • CORE Macro Kap. 3, Abschnitt 3.5 – Lest diesen Abschnitt zu „Growth and Fluctuations”. Achtet auf die Zerlegung des BIP in Trend und Zyklus.
  • CORE Macro Kap. 9, Abschnitte 9.3 bis 9.5 – Lest vollständig. Achtet auf: Kapitalgüter und Technologie (9.3), den Beitrag von Kapitalakkumulation zum Wachstum (9.4), den Zusammenhang von Investition und Sparen (9.5).
  • Fernández-Villaverde: „The Demographic Future of Humanity” (YouTube-Video, Pepperdine) – Schaut das Video und notiert die Kernthese: Warum ist der demografische Wandel laut Fernández-Villaverde eine größere langfristige Herausforderung als der Klimawandel?

Whiteboard-Aufgabe

Zeichnet ein Diagramm (x-Achse: Zeit; y-Achse: reales BIP) mit einem langfristigen Wachstumstrend (Linie) und kurzfristigen Schwankungen (Konjunkturzyklen um den Trend). Markiert Boom, Rezession, Trough und Recovery. Notiert daneben: Was treibt den Trend (Kapitalakkumulation, Technologie) vs. was treibt den Zyklus (Nachfrageschocks)?

Leitfrage (ca. 250 Wörter in OneNote)

CORE Macro 3.5 und 9.3–9.5 behandeln die langfristigen Triebkräfte wirtschaftlichen Wachstums. Erklärt anhand der Texte: (a) Was ist der Unterschied zwischen dem langfristigen Wachstumstrend und kurzfristigen Konjunkturschwankungen (CORE 3.5)? (b) Warum reicht Kapitalakkumulation allein laut CORE 9.4 nicht aus, um dauerhaftes Wachstum zu erklären – welche Rolle spielt technologischer Fortschritt? (c) Was ist Fernández-Villaverdes Kernargument zur demografischen Herausforderung, und warum bedroht eine schrumpfende Erwerbsbevölkerung die Sozialsysteme?

KI-Teaser (für die Präsenz)

Überlegt: Ist KI-Automatisierung die Antwort auf den demografischen Wandel? Kann KI die fehlenden Arbeitskräfte ersetzen – und wird Kapitalbildung im KI-Zeitalter wichtiger denn je?

Verständnisprobleme

Notiert euch Begriffe oder Argumentationsschritte, die ihr beim Lesen nicht nachvollziehen konntet, zur Klärung in der Präsenzveranstaltung.

Abgabe-Checkliste

Lernziele

  • Methodisch: Ihr könnt Inflation definieren, messen und die Phillips-Kurve als empirischen Zusammenhang zwischen Inflation und Arbeitslosigkeit interpretieren.
  • Inhaltlich: Ihr versteht, was Inflation verursacht und warum der Zusammenhang zwischen Inflation und Arbeitslosigkeit nicht stabil ist.

Leseauftrag

  • CORE Macro Kap. 4, Abschnitte 4.2 bis 4.5 – Lest vollständig. Achtet auf: Messung von Inflation (Verbraucherpreisindex, 4.2), die Probleme von Inflation (4.3), den Zusammenhang von Inflation und Arbeitslosigkeit als Verteilungskonflikt (4.4) und die Phillips-Kurve als empirische Beziehung (4.5). Lest nicht weiter als 4.5 – die Abschnitte zu Geldpolitik (4.6 ff.) werden in einem späteren Modul behandelt.

Whiteboard-Aufgabe

Zeichnet eine Phillips-Kurve (y-Achse: Inflationsrate; x-Achse: Arbeitslosenquote). Tragt ein: den inversen Zusammenhang (hohe Arbeitslosigkeit → niedrige Inflation und umgekehrt). Notiert daneben: Warum verschiebt sich die Phillips-Kurve, wenn sich die Inflationserwartungen ändern?

Leitfrage (ca. 250 Wörter in OneNote)

CORE Macro 4.2–4.5 erklärt, wie Inflation gemessen wird und warum sie mit der Arbeitslosenquote zusammenhängt. Erklärt anhand des Textes: (a) CORE 4.2 beschreibt die Konstruktion eines Preisindex. Wie wird ein „Warenkorb” zusammengestellt, und warum kann der Index die tatsächliche Inflationsbelastung verschiedener Haushalte unterschiedlich gut abbilden? (b) Warum beschreibt CORE 4.4 Inflation als Ergebnis „widersprüchlicher Ansprüche” (conflicting claims) auf das Volkseinkommen? Wer sind die Parteien, und worüber streiten sie? (c) Was zeigt die Phillips-Kurve empirisch – und warum ist der Zusammenhang laut CORE 4.5 nicht dauerhaft stabil?

KI-Teaser (für die Präsenz)

Überlegt: Wenn KI die Produktivität massiv steigert – wirkt das eher inflationär (höhere Löhne) oder deflationär (niedrigere Kosten)? Was sagt euer Phillips-Kurven-Modell dazu?

Verständnisprobleme

Notiert euch Begriffe oder Argumentationsschritte, die ihr beim Lesen nicht nachvollziehen konntet, zur Klärung in der Präsenzveranstaltung.

Abgabe-Checkliste

Zurück nach oben