Block 7 — Vorbereitung

Konjunktur und Stabilisierungspolitik

Worum es geht

Block 7 schließt den Bogen zur aktuellen wirtschaftspolitischen Debatte. Das Multiplikatormodell zeigt, warum kleine Schocks große Wellen auslösen — und warum Konsumglättung an Borrowing Constraints scheitert. Fiskalpolitik wird als Werkzeug, aber auch als ideologisches Schlachtfeld verstanden (Sparparadoxon, Kaufkraft-Trugschluss). Investitionsvolatilität und Baumols Kostenkrankheit erklären Strukturmuster moderner Volkswirtschaften. Und schließlich: der Staat als ökonomischer Akteur — und seine Schattenseite, das Rent-Seeking. Hier laufen alle Fäden des Kurses zusammen.

So arbeiten wir

Der Kurs nutzt die Jigsaw-Methode: Jede Sitzung wird durch vier Vorbereitungsaufträge eingeleitet, die sich auf vier komplementäre Teilthemen beziehen. Sie werden von vier zufällig gebildeten Gruppen parallel bearbeitet — jede Gruppe konzentriert sich auf einen Auftrag und bringt ihre Erkenntnisse in die Präsenzsitzung ein, wo wir die Stränge zusammenführen.

Konkret bedeutet das:

  • Die Gruppeneinteilung erfolgt für jeden Block neu über MS Teams Aufgaben (zufällig).
  • Jede Gruppe nutzt ihren eigenen MS Teams Kanal zur Kollaboration und zur Veröffentlichung der Ergebnisse (Whiteboard-Foto, OneNote-Antwort, Verständnisprobleme, Erledigt-Post).
  • In der Präsenzsitzung präsentiert jede Gruppe ihren Auftrag den anderen.
  • Anschließend integrieren wir die Stränge zu einem Gesamtbild — siehe Lernziele für die Präsenz unten.
TippHinweis zur Klausurvorbereitung

Auch wenn jede Gruppe nur einen Auftrag bearbeitet — alle vier Aufträge sind hier sichtbar. Klappen Sie die Akkordeon-Boxen unten gerne auf, um die Vorbereitungsaufträge der anderen Gruppen einzusehen. Für die Klausurvorbereitung ist die Auseinandersetzung mit allen vier Strängen wichtig.

Lernziele für die Präsenz

Durch die Zusammenführung der vier Gruppenerkenntnisse in der Sitzung erarbeiten wir:

  • Den Multiplikatoreffekt herleiten und auf KI-induzierte Schocks anwenden.
  • Fiskalpolitische Trugschlüsse erkennen und entkräften.
  • Investitionsvolatilität und Baumols Kostenkrankheit als Erklärungsmuster nutzen.
  • Rent-Seeking als Konsequenz staatlicher Eingriffe verstehen.

Vorbereitungsaufträge

Klicken Sie auf den jeweiligen Auftrag, um die Details auszuklappen.

Lernziele

  • Methodisch: Ihr könnt das Einkommens-Ausgaben-Modell (45-Grad-Diagramm) zeichnen und den Multiplikatoreffekt berechnen.
  • Inhaltlich: Ihr versteht, warum ein exogener Nachfrageschock zu überproportionalen BIP-Änderungen führt und warum Haushalte ihren Konsum zu glätten versuchen.

Leseauftrag

  • CORE Macro Kap. 3, Abschnitte 3.6 bis 3.10 – Lest vollständig. Achtet besonders auf: die Herleitung des Multiplikators (3.6–3.7), die Rolle von Staat und Nettoexporten (3.8), Konsumglättung (3.9) und Borrowing Constraints (3.10).

Whiteboard-Aufgabe

Zeichnet das 45-Grad-Diagramm (y-Achse: Aggregierte Ausgaben; x-Achse: Einkommen/Output). Zeichnet die aggregierte Nachfragekurve und die 45-Grad-Linie ein. Markiert das Gleichgewicht. Verschiebt die Nachfragekurve nach unten (exogener Rückgang der Investitionen) und zeigt visuell, warum der BIP-Rückgang größer ist als der ursprüngliche Schock (Multiplikator).

Leitfrage (ca. 250 Wörter in OneNote)

CORE Macro 3.6–3.10 entwickelt das Multiplikatormodell. Erklärt anhand des Textes: (a) Was ist der Multiplikator, wie hängt er von der marginalen Konsumquote ab, und warum ist der BIP-Effekt eines Nachfrageschocks größer als der ursprüngliche Schock? (b) Warum versuchen Haushalte laut CORE 3.9, ihren Konsum über die Zeit zu glätten, und warum gelingt das nicht allen – was sind „Borrowing Constraints” (3.10)?

KI-Teaser (für die Präsenz)

Überlegt: Wenn KI-Automatisierung in einer Branche zu Massenentlassungen führt – wie breitet sich der Schock über den Multiplikator auf die Gesamtwirtschaft aus? Was passiert mit dem Konsum der Entlassenen?

Verständnisprobleme

Notiert euch Begriffe oder Argumentationsschritte, die ihr beim Lesen nicht nachvollziehen konntet, zur Klärung in der Präsenzveranstaltung.

Abgabe-Checkliste

Lernziele

  • Methodisch: Ihr könnt die Wirkung von Fiskalpolitik im Multiplikatormodell analysieren und das Sparparadoxon erklären.
  • Inhaltlich: Ihr versteht, warum individuell rationales Sparen gesamtwirtschaftlich schädlich sein kann und könnt den populären „Kaufkraft-Trugschluss” widerlegen.

Leseauftrag

  • CORE Macro Kap. 5, Abschnitte 5.6 bis 5.8 – Lest vollständig. Achtet auf: wie Fiskalpolitik Konjunkturschwankungen dämpft (5.6), die Größe des Multiplikators (5.7) und das Sparparadoxon (5.8).
  • Hazlitt: „Economics in One Lesson”, Kapitel 20 („Enough to Buy Back the Product”) – Lest das gesamte Kapitel (ca. 8 Seiten). Hazlitts Kernargument: Warum ist die Behauptung falsch, dass Arbeiter genug verdienen müssen, um die eigene Produktion zu kaufen?

Whiteboard-Aufgabe

Erklärt das Sparparadoxon in drei Schritten als Kausalkette: (1) Alle Haushalte sparen mehr → (2) Aggregierte Nachfrage sinkt → (3) BIP sinkt → Einkommen sinken → Gesamtersparnis sinkt trotz höherer individueller Sparquote. Notiert daneben Hazlitts Widerlegung des Kaufkraft-Arguments in Stichpunkten.

Leitfrage (ca. 250 Wörter in OneNote)

CORE Macro 5.6–5.8 und Hazlitt Kap. 20 behandeln scheinbare Paradoxa der Makroökonomie. Erklärt anhand der Texte: (a) Was ist das Sparparadoxon (CORE 5.8), und warum führt der Versuch aller Haushalte, mehr zu sparen, möglicherweise dazu, dass die gesamtwirtschaftliche Ersparnis sinkt? (b) Hazlitt widerlegt die Behauptung, dass Arbeiter „genug verdienen müssen, um die Produkte zurückzukaufen”. Was ist sein Kernargument – warum ist diese Behauptung ein Trugschluss?

KI-Teaser (für die Präsenz)

Überlegt: Ist das Argument „Wenn KI alles produziert, hat niemand mehr Kaufkraft” ein Beispiel für den von Hazlitt widerlegten Trugschluss – oder hat es diesmal einen wahren Kern?

Verständnisprobleme

Notiert euch Begriffe oder Argumentationsschritte, die ihr beim Lesen nicht nachvollziehen konntet, zur Klärung in der Präsenzveranstaltung.

Abgabe-Checkliste

Lernziele

  • Methodisch: Ihr könnt erklären, warum Investitionen die volatilste Komponente des BIP sind, und ein sektorales Wachstumsmodell skizzieren.
  • Inhaltlich: Ihr versteht, warum technologischer Fortschritt in einem Sektor das Gesamtwachstum paradoxerweise bremsen kann (Baumol’s Cost Disease).

Leseauftrag

  • CORE Macro Kap. 3, Abschnitte 3.11 bis 3.12 – Lest vollständig. Achtet auf: Warum sind Investitionen volatiler als der Konsum (3.11)? Wie wirken Investitionsschocks im Multiplikatormodell (3.12)?
  • Aghion et al.: „Artificial Intelligence and Economic Growth” (NBER) – Lest gezielt Abschnitt 2.2 zu „Automation and Baumol’s Cost Disease” (ca. 4 Seiten). Kernidee: Was passiert, wenn KI einen Sektor extrem produktiv macht, aber ein anderer Sektor (z. B. Pflege) arbeitsintensiv bleibt?

Whiteboard-Aufgabe

Zeichnet ein einfaches Zwei-Sektoren-Modell: Sektor A (z. B. Softwareentwicklung) wird durch KI extrem produktiv → Preise sinken, Beschäftigungsanteil schrumpft. Sektor B (z. B. Pflege/Erziehung) bleibt arbeitsintensiv → Preise steigen relativ, Beschäftigungsanteil wächst. Zeichnet mit Pfeilen die Verschiebung der Arbeitskräfte.

Leitfrage (ca. 250 Wörter in OneNote)

CORE Macro 3.11–3.12 und Aghion et al. behandeln Investitionsvolatilität und strukturelle Wachstumsprobleme. Erklärt anhand der Texte: (a) Warum sind Investitionen laut CORE 3.11 die volatilste Komponente des BIP – was macht Investitionsentscheidungen so unsicher? (b) Was versteht Aghion unter „Baumol’s Cost Disease”, und warum könnte KI-getriebener Fortschritt in einem Sektor das Gesamtwachstum langfristig bremsen, obwohl dieser eine Sektor massiv produktiver wird?

KI-Teaser (für die Präsenz)

Überlegt: Wenn KI Büroarbeit automatisiert, aber Pflege und Erziehung nicht – wird die Wirtschaft dann insgesamt wachsen oder stagnieren?

Verständnisprobleme

Notiert euch Begriffe oder Argumentationsschritte, die ihr beim Lesen nicht nachvollziehen konntet, zur Klärung in der Präsenzveranstaltung.

Abgabe-Checkliste

Lernziele

  • Methodisch: Ihr könnt Rent-Seeking als systematische Ressourcenumverteilung ohne Wertschöpfung modellieren.
  • Inhaltlich: Ihr versteht die Rolle des Staates als wirtschaftlicher Akteur und die Gefahr, dass politische Macht zur Absicherung von Monopolgewinnen missbraucht wird.

Leseauftrag

  • CORE Macro Kap. 10, Abschnitte 10.2, 10.7 und 10.8 – Lest diese drei Abschnitte. Achtet auf: die verschiedenen Rollen des Staates in der Wirtschaft (10.2), das Modell des Rent-Seeking durch politische Eliten (10.7) und wie verschiedene politische Systeme Rent-Seeking begünstigen oder einschränken (10.8). Überfliegt die übrigen Abschnitte des Kapitels, um den Kontext zu verstehen.

Whiteboard-Aufgabe

Zeichnet ein Akteursmodell des Rent-Seeking: Drei Akteure (Monopolistisches Unternehmen, Politiker/Regulierer, Gesellschaft). Zeichnet Pfeile für die Geld- und Einflussströme: Unternehmen → Lobbying → Politiker → Regulierung zugunsten des Monopolisten → Monopolrente fließt vom Konsumenten zum Unternehmen. Markiert: Wo entsteht kein neuer produktiver Wert?

Leitfrage (ca. 250 Wörter in OneNote)

CORE Macro 10.2 und 10.7–10.8 analysieren den Staat als ökonomischen Akteur mit eigenen Interessen. Erklärt anhand des Textes: (a) Welche verschiedenen Rollen des Staates unterscheidet CORE 10.2, und warum kann der Staat sowohl Marktversagen korrigieren als auch selbst zum Problem werden? (b) Was ist „Rent-Seeking” laut CORE 10.7, und warum ist es gesellschaftlich schädlich – was genau geht bei Rent-Seeking „verloren”? (c) Welche institutionellen Bedingungen begünstigen oder begrenzen politisches Rent-Seeking laut CORE 10.8?

KI-Teaser (für die Präsenz)

Überlegt: Wenn große KI-Unternehmen strenge staatliche Regulierung fordern (z. B. teure Lizenzpflichten für KI-Training) – könnte das Rent-Seeking sein? Wem nützt die Regulierung, und wem schadet sie?

Verständnisprobleme

Notiert euch Begriffe oder Argumentationsschritte, die ihr beim Lesen nicht nachvollziehen konntet, zur Klärung in der Präsenzveranstaltung.

Abgabe-Checkliste

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